Clowns ohne Grenzen in unseren Projekten

Wir sitzen in einer Almhütte und erleben die Gegenseite der der gefühlten Temperaturen. Während des Helikopterflugs und auf dem Weg von Phaplu nach Salleri wurde uns klar, warum uns die Einheimischen abgeraten hatten, den Landweg mit Jeep zu nehmen; endlose enge Straßen mit Schlaglöchern bis zu einem Meter Tiefe bedeuten etwa 16-48 Stunden Anreisezeit, wenn man überhaupt im Vormonsun durch kommt.

Wir werden in den nächsten Tagen in Schulen der Himalayan Care Foundation spielen, einer Ngo die im Solukhumbu District unterprivilegierte Kinder unterstützt.

Unser erster Besuch gilt der Siddharta Primary School, einige Kinder von Sarkasinda, einer Schule die eine Stunde Fußweg entfernt ist, sind ebenfalls gekommen. wir spielen somit für etwa 80 Kinder. An die Schule angeschlossen ist ein zur Zeit noch im Ausbau befindliches Heim für behinderte Kinder, die aus verschiedenen Dörfern des Districts stammen, zehn Kinder sind bereits eingezogen; da Behinderte teilweise stigmatisiert werden, ein Vorzeigeprojekt nicht nur für diese Region, sondern für ganz Nepal.

Unterschiedlicher zu unseren beiden gestrigen Shows in Kathmandu könnte diese heutige nicht sein; schon die Begrüßung war für uns sehr bewegend, nach einer fast ganztägigen Anreise klatschend von den Kindern begrüßt zu werden, während wir die letzten Meter zum Ziel erklimmen; in dieser unglaublich schönen Kulisse der Himalaya Vorgebirge Kindern zu begegnen die etwas wie eine europäische Clowns-Show noch nie gesehen haben, war ein besonderes Erlebnis; und in gewisser Weise fühlte es sich völlig surreal an. Ungläubig staunend und sehr zurückhaltend beobachtend; und langsam doch immer näher kommend verfolgten die Kinder den Frosch und die vier Fremden.

In voller Eindeutigkeit wird uns spätestens heute klar, was das Verkehrsmittel vor Ort ist: Die eigenen Füße; es scheint im gesamten Landstrich grade mal zwei Jeeps und drei Traktoren zu geben. Wir sind beeindruckt mit welchen technisch kaum vorhandenen Hilfsmitteln auch schwere Lasten einfach zwischen den Dörfern hin und her getragen werden. Wir laufen gut 2 ½ Stunden zu unserem heutigen Auftrittsort in Nele. Dort befindet sich eine weitere Schule die von Himalayancare gegründet wurde: Die Nele Secondary School. Ziemlich müde werden wir von einigen munteren Kindern empfangen. Leider fehlen sämtliche Lehrer und Schüler da diese auf dem Markt sind. Kurzerhand verlegen wir unseren Auftritt dorthin.

Wir errichten unsere Bühne zwischen Hühnern, Gemüse und in Körben verpackten Ferkeln, und beschließen, auf unser Glück zu vertrauen, dass es nicht regnen wird.

Schließlich spielen wir für die 80 Schüler, deren Lehrer und ungefähr 500 Marktbesucher und Händler jeden Alters. die sich nicht nur auf den Balkonen der Häuser, sondern in jede mögliche Nische klemmten. Insbesondere die alten Leute hatten verstohlenen Spaß. Genauso wie am Tag zuvor nicht nur für uns sondern auch die Zuschauer eine irrwitzige Szenerie und ein wahnsinniges Erlebnis. Niemand zuvor hat dort jemals so eine Show gesehen, wurde uns mehrfach versichert.

Die herzliche Gastfreundschaft ist überall spürbar, quasi jeder kennt jeden, und die offene Tür für Freunde und Fremde darf man hier als Überlebensnotwendigkeit bezeichnen, bei Regen bsp. ist es immer möglich, in jedem Haus kurze Rast und einen Tee zu bekommen, auch wir machen diese Erfahrung als es auf einem der Wege wie aus Eimern zu schütten beginnt.

Wir lassen Federn, die einen weniger, die anderen mehr; binnen weniger Tage aus dem Dschungel des Terai wo es fast 40 Grad hatte ins Solukhumbu, hier hat es nachts knapp über 0°, zehrt an unseren Gesundheiten und macht uns etwas zu schaffen. Dennoch packen wir unsere Rucksäcke ein drittes Mal und machen uns auf den Weg nach Gharma, um dort mit großem Vergnügen in der „Shree Gharma Secundary School“ vor 350 Kindern zu spielen. Der Schule angeschlossen ist ein Hostel mit 40 Kindern. 16 davon sind Taubstumm, die übrigen Waisen. Das Wetter wechselt lebhaft, während noch kurz vor dem Auftritt ein Regenguss herunterkommt, brennt die Sonne während der Show richtig auf unsere Köpfe. die Kinder machen lebhaft mit, hinterher zeigen uns die Lehrer noch die verschiedenen Schulgebäude. Eine schöne Vorstellung in einer wunderbaren Einrichtung, die einem sehr zu Herzen geht!

Da alle Esel und Traktoren belegt waren, organisieren wir uns für den Rückweg nach Phaplu einen der beiden Jeeps; dankbar, die drei Stunden nicht gehen zu müssen. wir haben den Luxus, dankbar zu sein, die Menschen vor Ort haben Glück dass es ihn überhaupt gibt, es ist die einzige Möglichkeit, einen zweijährigen Jungen der sich bei einem Sturz beide Beine gebrochen hatte in einer vierstündigen Fahrt über die Schlaglochpisten in ein Krankenhaus mit Arzt zu bringen. Das in Phaplu wäre viel näher, es gibt aber zur Zeit keinen Mediziner dort.

Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei Dawa und Mingma von Himalayan Care Foundation bedanken, ohne sie als Guides wäre dieser Teil der Reise nie möglich gewesen!

Himalaya Care Foundation

Vorstand:
Nikola Geiger
Verena Wilkesmann
Dr. Walter Staaden

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