Erfahrungsbericht Nepal

Für einige Monate in Nepal zu leben, dort zu arbeiten und die Himalayan Care Foundation zu unterstützen, ist eine wundervolle Erfahrung. Ich möchte mit dem folgenden Bericht ein paar Tipps geben, was man beachten sollte, wenn man sich dafür entscheidet für 2-3 Monate in Nepal zu leben. Es hört sich erst mal etwas negativ an, was ich zu den einzelnen Punkten schreibe, aber das ist es nicht! Es soll euch einfach zeigen, dass Nepal ein ganz anderes Land ist und euch ein bisschen darauf vorbereiten!

Sprache- Zunächst ist es wichtig, dass man weiß, dass nicht jeder in Nepal Englisch spricht und diejenigen, die Englisch sprechen, sprechen nicht immer so gut, dass man unbeschwert alles besprechen kann. Täglich hat man Missverständnisse oder Sprachschwierigkeiten. Man weiß oft nicht, um was es nun geht und warum die Situation so ist wie sie nun mal ist. Man stellt sich viele Fragen und hätte sie auch gerne beantwortet, aber man kann lange auf Antworten warten. Am besten man nimmt es mit Humor und malt sich seine eigene Geschichte aus.J

Religion/Kultur- In Nepal gibt es verschiedene Religionen und jede Völkergruppe hat ihre eigenen kulturellen Eigenheiten. Die zwei bekanntesten Religionen sind der der Buddhismus und Hinduismus. Bei beiden geht es hauptsächlich darum gutes Karma zu sammeln (ein gutes Buch hierzu ist „Mieses Karma“ von David Safier). Leider bedeutet es auch, dass Menschen, die mit einer Behinderung oder denen etwas Schlimmes widerfahren ist, angeblich in  ihrem vergangenen Leben etwas Böses getan haben und die Behinderung nur eine Strafe ist.

Essen- Das Hauptgericht in Nepal ist Dal Bhat, das ist Reis mit einer Linsensuppe. Wenn man in einer Familie in Nepal wohnt, ist es DAS Essen, das man jeden Tag zu sich nimmt. Anfangs ist es doch sehr gewöhnungsbedürftig jeden Tag dasselbe Essen zu bekommen, aber nach einiger Zeit kann man sich daran gewöhnen. Ab und zu bekommt man auch mal etwas anderes wie z.B. Momos oder Chapati, aber es ist dennoch wichtig zu wissen, dass man sowohl morgens als auch abends  meistens Dal Bhat isst.

Mädchen- Wenn man in einer Schule in Nepal arbeitet, kann es passieren, dass die Mädchen kaum auf einen zugehen, sie sind sehr verschlossen und trauen sich auch im Unterricht kaum ein Wort zu sagen und falls sie etwas sagen, flüstern sie es. Die meisten Mädchen haben einfach kaum ein Selbstbewusstsein, da sie vor allem in ihren Familien nicht gleichermaßen anerkannt werden wie ihre Brüder. Man muss hier Geduld und Verständnis für sie aufbringen und versuchen ihnen zumindest während der Schulzeit zu zeigen, dass auch sie etwas Besonderes sind.

Umarmungen- Wenn man von Nepal hört, bekommt man das Bild vermittelt, dass die Menschen so offen und unglaublich liebenswürdig sind. Und das sind sie! Aber es ist wichtig zu wissen, dass die Nepalesen ihre Anerkennung, Liebe und Zuneigung auf eine andere Art und Weise zeigen als es z.B. die Deutschen tun. Wenn wir längere Zeit von unserer Familie getrennt sind, umarmen wir uns herzlich zur Begrüßung, in Nepal dahingegen bleibt es bei einem „Namasté“. Das heißt nicht, dass sie „kalt“ oder „unherzlich“ sind, sondern sie zeigen ihre Liebe auf ihre eigene Weise. Diese Weise erkennt man aber erst, wenn man mal in Nepal war. Es ist schwer diese zu beschreiben.

Süßigkeiten und Luftballone- Wenn du die Herzen der Kinder für dich erobern möchtest, nimm auf deine Reise Kleinigkeiten mit wie z.B. Luftballone. Man macht den Kindern eine riesen Freude.

Internet/Telefon- In Deutschland leben ohne Internet? Unvorstellbar… Aber wenn du für einige Monate nach Nepal in die Berge gehst, wirst du nicht 5 mal täglich deine E-Mails kontrollieren oder die neuesten Updates im Facebook verfolgen können. Das Internet kann einige Stunden Fußmarsch entfernt sein und ob es dann noch funktioniert, ist eine andere Frage. Man kann sich in Nepal ein günstiges Handy mit einer Prepaidkarte zulegen, so ist man meistens erreichbar. Allerdings kann es auch mal passieren, dass das Netz ein paar Tage nicht funktioniert- das kommt aber sehr selten vor.

Kleines Projekt – was möchte ich mit den Kindern machen/erreichen!? Überleg dir vorher vielleicht ein eigenes kleines Projekt, das du mit den Kindern machen möchtest. Vielleicht kannst du etwas besonders gut, wie z.B. zeichnen, gärtnern, basteln oder andere handwerkliche Dinge, die man den Kindern beibringen kann. In Garma ist es sehr windig und man könnte z.B. Drachen zusammen basteln und sie danach steigen lassen. Man sollte sich das vor der Abreise schon überlegen, so kann man bestimmte Materialien noch in Deutschland besorgen.

Held, Arzt, Apotheker, Allwissend- Das Alles bist du für die Nepalesen!! Warum? Ich weiß es nicht, aber sie haben die Vorstellung von dir, dass du alles weißt und alles kannst. Die Kinder waren immer ganz erstaunt, wenn ich eine Frage nicht beantworten konnte und sie haben sich sehr gefreut und waren mächtig stolz, wenn ich mal Fragen hatte und sie sie mir beantworten konnten. Sie erzählen gerne von ihrem Land, über dessen Geschichte und Kultur. Außerdem bist du eine wandelnde Apotheke. Man sollte hierbei etwas vorsichtig sein. Wenn ich mir sicher war, dass es sich lediglich um Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen ging, habe ich auch mal eine Tablette aus meiner Reiseapotheke gegeben, aber immer mit dem Hinweis, dass es besser ist auch zum Dorfarzt oder ins Krankenhaus zu gehen!!!

Alles in Allem kann ich nur jedem, der neugierig auf andere Kulturen und Länder ist, für eine Weile nach Nepal zu ziehen. Es ist eine einzigartige Erfahrung, die einen nicht nur beruflich sondern vor allem auch persönlich sehr weiter bringt. Die Arbeit mit den Kindern macht unglaublich viel Spaß und es war toll Teil des täglichen Lebens dieser Kinder zu sein, sie erleben und vor allem mit ihnen Lachen zu dürfen.

Himalaya Care Foundation

Vorstand:
Nikola Geiger
Verena Wilkesmann
Dr. Walter Staaden

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